Kriterien für ein gutes Gedicht
Lyrik ist die subjektivste Literaturgattung; manche behaupten, es sei gar nicht möglich, Qualitätskriterien für Gedichte festzulegen. Dennoch kommt man um solche nicht herum, will man nicht der Beliebigkeit Tür und Tor öffnen.

Lektor und Redaktionsteam haben sich daher auf folgende Indizien, was ein gutes Gedicht sei, verständigt. Diese Aufzählung ist weder abschliessend noch in jedem Fall alleinentscheidend, denn Lyrik ist eine lebendige Kunst und kann nicht durch starre Kriterien eingegrenzt werden. 


‹Gute› Gedichte sind: 

zeitgemäss
aktuell
engagiert
leidenschaftlich
geistreich

nicht langweilig
nicht verstaubt
nicht klischeehaft
nicht banal
nicht sentimental
nicht zu lang 

emotional berührend
bildmächtig
formal überraschend
intellektuell fordernd
doppelbödig 


  ‹Gute› Gedichte sind auch rhythmisch, klanglich und sprachlich bewusst gestaltet:

  • wenn gereimt, dann richtig
  • wenn Haiku, dann nach den Regeln
  • wenn in einem Versmass, dann nicht hinkend
  • wenn in traditioneller Grammatik, dann einwandfrei
  • wenn sprachlich experimentell, dann konsequent